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DENKMÄLER

KLASSISCHEN ALTERTUMNS.

DENKMÄLER

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KLASSISCHEN ALTERTUMS

ZUR ERLÄUTERUNG DES LEBENS

GRIECHEN UND RÖMER

RELIGION, KUNST UND SITTE.

[— _—

LEXIKALISCH BEARBEITET VON

B. ARNOLD, H. BLÜMNER, W.DEECKE, K. VON JAN, L. JULIUS, A. MILCHHÖFER, A. MÜLLER, 0. RICHTER, H. VON ROHDEN, R. WEIL, E. WÖLFFLIN

UND DEM HERAUSGEBER

A. BAUMEISTER.

I. BAND (A -D).

48 BOGEN TEXT MIT 821 ABBILDUNGEN, 3 KARTEN UND XIV TAFELN.

MÜNCHEN un LEIPZIG. DRUCK UND VERLAG VON R. OLDENBOURG. 1885.

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Vorwort.

Zu dem Unternehmen, dessen erste Lieferung hiermit vorgelegt wird, ist die An- regung von der Verlagsbuchhandlung R. Oldenbourg hierselbst ausgegangen; über die Ausführung desselben wurde mit dem Unterzeichneten verhandelt, als Letzterer soeben seiner bisherigen Stellung entzogen war. Beide waren darüber einig, dafs selbst in unsrer bilderreichen und schnelldruckenden Zeit, wo die archäologischen Veröffentlichungen von der kostbarsten bis zur einfachsten Art jedes Jahr nach Hunderten von Nummern zählen, dennoch ein Buch fehle, welches gerade denen, die es zunächst angehen soll, eine nütz- liche und leicht zugängliche Auswahl des Besten in getreuer Form bieten möchte.

Der grölste Teil deutscher Gymnasiallehrer bewohnt sein Leben lang mittlere oder _ kleine Städte, welche weder Museen noch reicher ausgestattete Bibliotheken besitzen. Gewils nur wenige Gymnasialbibliotheken sind im stande, die Monumenti inediti des deutschen archäologischen Instituts in Rom}nebst den dazu gehörigen Annali und Bullettini zu halten, geschweige denn dazu auch die ergänzenden Zeitschriften von Berlin, Athen, Paris und London. Noch wenigere werden einen Vorrat älterer Werke, z. B. Clarac, Millin, Tischbein, oder etwa das Dresdener Augusteum, das Museo Borbonico, Zahns oder Ternites pompejanische Wandgemälde, oder die Gerhardschen Werke über Vasenbilder und etrus- kische Spiegel aufweisen können. Und selbst wenn diese Bücher alle oder zum Teil vorhanden sein sollten, so wird doch nur derjenige Lehrer von denselben ausgiebigen Gebrauch zu machen Gelegenheit haben, welcher schon früher in den Sachen einmal gelebt und eine gewisse Vertrautheit damit erworben hat. Gerade die Reichhaltigkeit der grolsen, für eingehende Studien der Fachleute bestimmten Originalwerke weist auf eine zweckmälsig hergestellte Auswahl, welche den Gymnasiallehrern, sofern sie nicht selber Spezialisten in den vorkommenden Fächern sind, ein zuverlässiges Handbuch bietet, das ihnen in Ermangelung einer archäologischen Bibliothek einigen Ersatz und das nötige Material zu rascher Orientierung gewälırt, insbesondere also den für den Schulunterricht

‚ML___4N

VI Vorwort.

nützlichen Apparat enthält. Daneben aber dürfte ein solches Buch auch geeignet sein, den strebsamen Schülern der obersten Klasse und den gebildeten Freunden des Alter- tums, sowie auch namentlich den angehenden Künstlern die bis jetzt gehobenen Schätze der Kunstdenkmäler und sonstigen Überreste griechisch-römischer Kultur in guter Auslese vorzuführen und sie in kulturgeschichtlichen Fragen bei der Lektüre der Klassiker über den gegenwärtigen Stand der Forschung aufzuklären. Hieraus ergeben sich betreffs der Begrenzung des Inhalts folgende Gesichtspunkte.

Das Werk behandelt: 1. Die Kunstgeschichte (Architektur, Plastik, Malerei, Musik, scenische Darstellung) in ihren Hauptepochen und Hauptvertretern, insbesondere nach Mafsgabe der erhaltenen Denkmäler; 2. die Welt der Götter und Heroen und zwar in Beschränkung auf die Kunstmythologie; 3. die Privataltertümer in ihrem ganzen Um- fange, soweit darstellbares Material vorliegt; 4. die beglaubigten Darstellungen historischer oder sonst bedeutender Persönlichkeiten (ohne geschichtliche Erörterungen); 5. die Münz- kunde, besonders unter dem Gesichtspunkte der Kunst und der Denkmälerkunde; 6. die Topographie in Beschränkung auf hervorragende Fundstätten, also Rom, Athen, Pompeji, Mykenä, Troja, Syrakus u. a.; 7. Hcer- und Seewesen; 8. Schriftwesen und Paläographie.

Ausgeschlossen bleiben: die ganze politische Geschichte, die Staats- und Rechtsalter- tümer, die Litteraturgeschichte und die Geographie.

Die lexikalische Form des Werkes wird kein Hindernis sein, zusammengehörige Gegenstände im Zusammenhange zu behandeln. Die Überschriften der einzelnen Artikel werden, so weit angängig, in dautscher Sprache gegeben, griechische Eigennamen jedoch in griechischer, sowie lateinische in lateinischer Form. Am Schlusse des Werkes wird ein alphabetisches Register der fremdsprachlichen Ausdrücke und daneben ein systematisch-sachliches mit den nötigen Verweisungen beigefügt.

Über die Beteiligung an der Bearbeitung der angegebenen Gegenstände ist folgendes zu bemerken. Es haben übernommen:

Herr Dr. Bernhard Arnold, Rektor der kgl. Studienanstalt in Kempten: »Scenische

Altertümer«. [A]

Herr Dr. Hugo Blümner, ord. Professor an der Universität Zürich: »Griechische und

römische Privataltertümer« (mit einigen sich ergebenden Ausnahmen). [Bl] Herr Dr. Wilhelm Deecke, Direktor des Lyceums in Stralsburg: »Alphabet und Etruskisches«. [D]

Herr Dr. Karl von Jan, Oberlehrer am Lyceum in Stralsburg: »Musik und Musik- instrumente«. [v. J]

Herr Dr. Leopold Julius, Privatdozent an der Universität München: »Geschichte der Architektur und Plastik«e. [J]

Herr Dr. Arthur Diilchhöfer, Professor an der kgl. Akademie zu Münster i. Westf.: »Topographie von Athen und einigen andern Städten«. [Mh]

Herr Dr. Albert Müller, Direktor des kgl. Gymnasiums in Flensburg: :Kriegswesen und Toga«e. [M]

Vorwort. viI

Herr Dr. Otto Richter, Professor am Askanischen Gymnasium in Berlin: »Topo- graphie von Rom«. [R]

Herr Dr. Hermann von Itohden, Oberlehrer am Gymnasium in Hagenau im Elsals: »Malerei, Pompeji, Vasenkunde«. [v.R]

Herr Dr. Rudolf Weil, Assistent an der kgl. Bibliothek in Berlin: »Münzkunde und Ikonographie der römischen Kaiser«. [W] |

Herr Dr. Eduard Wölfflin, ord. Professor an der Universität München: »Paläo-

graphie«. [Wö]

Das »Seewesen« wird von einem ungenannten Kenner bearbeitet.

Der Unterzeichnete [Bm] wird neben der allgemeinen Redaktion des Werkes die kunstmythologischen und einige ikonographische Artikel liefern. Da derselbe sich mit seinen Mitarbeitern nicht in dieselbe Reihe stellen kann, insofern er selbst nie Archäologe von Fach gewesen ist, so fühlt er siclı gedrungen, dies hier ausdrücklich zu erklären. Er bescheidet sich gern, in seinen Artikeln uur Auszüge aus fremden Arbeiten zu geben, und nimmt für sich kein anderes Verdienst in Anspruch, als das möglichst gewissenhafter Benutzung des ihm zu Gebote stehenden Materials; er hofft dabei auf nachsichtige Be- urteilung. Durch die Art der Auswahl glaubt er mauchem Wunsche entgegen zu kommen. Obwohl nämlich unvermeidlicher Weise ein grolser Teil der Abbildungen mit dem zu- sammenfällt, was schon in anderen bekannten Sammelwerken vorhanden ist, so hat er sich bemüht, gerade durch Wiedergabe einer bedeutenden Anzahl von Kunstwerken, die in seltenen Einzelschriften oder sehr kostbaren Büchern zerstreut sind, der Kunstanschauung für weitere Kreise förderlich zu sein.

Die vorgeführten Bildwerke, Baurisse, Pläne sind daher, wo nicht etwa vollständig neue Arbeiten vorliegen (wie mehrmals vorkommen wird), jedesmal den besten vorhandenen Publikationen entnommen. Bei plastischen Werken hat die Photographie gedient, wo nur immer gute und zur Wiedergabe geeignete Aufnahmen zu haben waren. Der Unter- zeichnete darf es sich nicht versagen, hier rühmend die dankenswerte Zuvorkommenheit anzuerkennen, mit welcher Herr Professor Dr. Heinrich von Brunn, der Altmeister der Kunstgeschichte und Archäologie, die seiner Verwaltung unterstellte Sammlung von Photo- graphien zur Verfügung gestellt hat.

Bei der Beschaffung der Reproduktionen aus den zum Teil höchst kostbaren und seltenen Werken älterer und neuester Zeit hat die hiesige kgl. Hof- und Staatsbibliothek eine ganz unvergleichliche Liberalität bewiesen. Der Unterzeichnete fühlt sich verpflichtet, den Beamten der Bibliothek, insbesondere Herrn Direktor Dr. Laubmann und Herrn Sekretär Hörkummer für die unermüdlich fort gewährte Unterstützung auclı öffentlich hier seinen aufrichtigsten Dank auszusprechen.

In Beziehung auf die stilgetreue Wiedergabe der gewählten Abbildungen wird das Werk einen grofsen Vorzug vor allen bisherigen ähnlichen besitzen, insofern die Druck- platten ohne selbstthätige Mitwirkung der menschlichen Hand auf photographisch-chenii- schem Wege von dem benutzten Original abgeformt werden, das letztere also dabei

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VIII Vorwort.

keinerlei willkürliche oder unwillkürliche Veränderung erleiden kann. Die blofsen Umrifs- zeichnungen sind auf photographischem Wege mittels Zinkätzung hergestellt. Bei einem grolsen Teile der Denkmäler jedoch, welche nach Photographie, Lichtdruck oder Ton- zeichnungen reproduziert sind, ist das in Verbindung mit dem Architekten Herrn J. von Schmaedel von Herrn G. Meisenbuch hierselbst erst ganz kürzlich erfundene und durch Reichspatent privilegierte Verfahren der Autotypie in Anwendung gekommen, mittels dessen, wie man bemerken wird, die Schraffierung in einer dem Kupferstiche gleichartigen Manier zum Vorschein kommt und den Eindruck des Originals unverlälscht wiedergibt.

Das Werk wird von jetzt ab in monatlichen Lieferungen von drei Bogen Grofs- Oktav zum Preise von 1 Mark (nach Umständen in zweimonatlichen von sechs Bogen zu 2 Mark) erscheinen, wobei Doppelbildtafeln, farbige Bilder und Karten in Farbendruck für einen halben Druckbogen gerechnet werden. Da der grölsere Teil der Abbildungen schon fertig vorliegt und die Bearbeitung des Textes schon genügend vorgeschritten ist, so darf die Vollendung des Ganzen im Umfange von VO bis 100 Druckbogen, ausgestattet mit mindestens 1400 Abbildungen, und zum Preise von 30 bis 35 Mark vor Ablauf des Jahres 1886 in sichere Aussicht gestellt werden.

München, im Februar 1884.

Dr. August Baumeister,

Kaiserl. Ministerialrat z. D.

Abraxas nennt man eine Art geschnittener Steine, die mit dem klassischen Altertum inhaltlich eigentlich nichts zu thun haben und in ihren künstlerischen Dar- stellungen höchstens als eine späte Mifsgeburt des religiösen Synkretismus bezeichnet, werden können. Der Name stammt von der meist darauf erscheinen- den Inschrift ABPAZAC oder ABPACAS, mit welchem Worte Basilides, ein christlicher Hiretiker unter Trajan und Hadrian und Stifter einer nach ihm genannten Sekte der Gnostiker, das höchste Wesen bezeichnete. Verschiedene Deutungen des wunder- lichen Wortes sind versucht, auch aus dem Hebrii- schen und Koptischen; gewöhnlich nimmt man an, dass die 365 Tlimmel- oder Weltgeister darin stecken, indem die Buchstaben, als griechische Ziffern gefafst und addiert, jene Zahl ergeben. Daneben finden sich oft noch sinnlose Wörter, wie ABAANAOANAABA (was rückwärts gelesen ebenso lautet), die als kabba- listische Zauberformeln zu betrachten sind, oder auch jüdische und ägyptische Götternumen, wie IAQ, CABARB, OCIPIC. Die Bilddarstellungen sind phan- tastische Zusammensetzungen von Menschen- und Tierleibern, denen allerlei Symbole und Attribute verschiedener Religionen beigegeben sind, welche auf astrologischen Mystizismus hinweisen. Eine voll- ständige Erläuterung ist bei unsrer unvollkommenen Kenntnis der mostischen Lehren und Gebräuche noch nicht gelungen. Die Schriftstellen aus den Alten sind gesammelt in Matter, Histoire critique du Gnosticisme 2”* edit. Paris 1844. Über die Bilder | handelt ausführlich Bellermann, Ein Versuch über | Denkmäler d. klass. Altertums.

die Gemmen der Alten mit dem Abraxasbilde. Progr. d. Gymnas. zum grauen Kloster Berlin 1817—19. Derselbe beschreibt das typische Abraxasbild so: ornithocephalos. pectore nudo, ventre praecincto, manı altera flagellum, altera clipeum siynatum saepe nomine Jao, rarissime globulum seu alind symbolum tenente, serpentipes. Im weiteren Sinne rechnet man zu den Abraxasgemmen auch die mit verwandten mystischen, Darstellungen und rütselhaften Inschriften, welche besonders in Alexandrien angefertigt und als Talis- mane oder Amulette getragen wurden. Als Probe geben wir aus Bellermann 1. Stück Titelblatt die Ab- bildung eines Karneols, den ein französischer Soldat 1799 aus Agypten mitbrachte. Das Bild (Abb. 1)

1 Abraxasgemmen ® stellt den halbnackten Mann mit einem Hahnen- kopfe vor, der in der Rechten die Geifsel schwingt, in der Linken einen Kranz mit darin befindlichem Zweige in Form eines Doppelkreuzes hält; an Stelle | derBeine treten Schlangen. Ein andres Bild (Abb.2),

von der Sekte der Ophiten (Bellermann, Titel- kupfer zu Stück 3), zeigt die Schlange mit dem 1

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2 " Abraxas.

Löwenkopfe, der als Sinnbild der Sonne sieben Strahlen entsendet; zu beiden Seiten öfters wieder- kehrende Geheimzeichen, darunter das Pentagramm. Einen dritten »Abraxoid«e ebendaher (Abb. 3), von gelbem ägyptischem Jaspis, beschreibt Bellermann IU, 19: »Ein iepedg maoro- Pöpog, d.i. ein Priester, der dasSymbol derGottheit trägt, der es aus dem naotdg, der heiligen Kapelle, holt und dahin zurückbringt, schrei-

er die Kalantike, bei dem Priester genannt goivixodv Bayıpa Em Tg wepaAng, das purpurne gewebte Kopftuch. Über demselben vier Schmuckfedern, vermutlich vom Phönikopteros. Davon hiefs der Priester mrepo- Pöpog (Hesych. Clemn. Alex. Strom. VI). Dazwischen stehen drei Sterne. In der einen Hand hält er das

3 Abraxasgemme.

scepirum sacerdotale mit der fünfmal herumgewun- |

denen Schlange; in der andern, wie es scheint, ein kreisendes Schlangenbild, oder überhaupt einen Kreis, das Symbol der Ewigkeit. Er selbst ist beschürzt mit dem mepioxeig, der Schenkelbekleidung von der Hüfte bis zum Knie, und beschuhet. Die im Rücken zerstreut stehenden griechischen Buchstaben geben TABPIHPLABAW. Das zweite P ist verschnitten statt A, also Gabriel-Sabao(th), d. i. »Stark ist Gott Zebaoth«. [Bm] Acheloos. Im ältesten griechischen Mythus offen- bar der Urstrom der Welt, dem vielleicht erst später

tend. Auf dem Haupte hat j

‚Acheloor.

ihm alle Quellen und Brunnen entspringen. Etymo- logisch ist Acheloos der Wassermann, der im Winter mit dem Sonnenhelden, dem hellen Himmelssohne Herakles, kämpft, im Sommer aber von ihm über- wunden und seines Hornes beraubt ist. Die allge- meinen mythologischen Anschauungen der Griechen von den Flüssen werden namentlich auf ihn ange- wandt; er ist Schlange wegen seiner Länge und der Windungen (Strab. 458: dpdkovri &oıxöra Töv AxeAiov Ayeotal Yacı dia 76 ufxog Kal tv oxolıötnta), be- sonders aber ein wilder Stier wegen des Gebrülls und der Krümmungen des Laufes (nd re tüv fixwv xal rwv ward ta peißpa xaumWv ibid.). Sein Kampf mit Herakles bei Sophokles Trach. 508 ff. erinnert an das Ringen des Peleus mit der Thetis und des Menelaos mit dem Proteus; und die Verwandlungen bei seiner Werbung um Deianeira schliefsen sich eng an die Kunstdarstellungen an: ög u'ev rpıolv Hoppaioıv EErreı marpög, Pormüv Evapyis TaDpog (also: vollständige Stiergestalt), äAAor’ alöAog dpdxwv &ıtög (als Wasserschlange, tritonenartig mit bärti- gem Menschenkopfe, Brust und Armen, am Kopfe ein grofses Horn; sehr schön bei Gerhard, Auserl. Vas. Taf. 115), &Aor' ävdpelw küreı Boumpwpog (stier köpfig; vgl. Hesych.: Boumpöowmov): &x dE daaxlou yeveiddog xpouvol dieppaivovro xpnvaiou moto. Hier fehlt nur zur Vollständigkeit gerade die nachweisbar älteste Kunstform, nämlich die Verbindung des vier beinigen Stierleibes mit menschlichem Oberkörper und ansitzenden Armen, eine Bildung, die später

bei den Kentauren mit Rofsleibern stehend blieb Sie findet sich für Acheloos jedoch nur auf einigen

4 Acheloos.

der Okeanos substituiert wurde, weicht er nur dem Zeus im Kampfe, nach Homer ® 194 f., wo sor gar, wenn Vers 195 späteres Einschiebsel wäre, aus

altertümlichen schwarzfigurigen Vasen, über welche Jahn, Arch. Ztg. 1862, 8.313 ff. ebenso wie über die anderen Bildwerke gründlich gehandelt hat. Be

Acheloos.

merkenswert ist, dafs an dem Menschenkopfe aufser Stierhörnern auch tierische Ohren angesetzt sind. Herakles, mit dem Löwenfell umgürtet, trägt das Schwert an der Seite, Köcher und Bogen auf dem Rücken, die Keule hat er, um die Arme frei zu haben, fortgeworfen. Als Zuschauer finden sich öfters Hermes und Athene, zuweilen auch Oineus und Deianeira. Die Vorstellung ähnelt also einer Gruppe des spartanischen Künstlers Dontes in Olympia, aus vergoldetem Zedernholz (s. Paus. 5, 9, 12), über welche jedoch ebenso wie über die am amykläischen Throne (Paus. 3, 18, 16: tr} npös AxeAdov "Hpaxk&oug qdAn) nähere Angaben fehlen. Eine eigentliche Ver- wandlung während der Dauer das Kampfes aber, wie Sophokles a. a. O. und nach ihm Ovid. Met. 8, 882 ff.; 9, 32 ff. andeuten, könnte in Kunstwerken nur auf die bei Thetis (s. Art.) gebräuchliche Art vorgeführt werden, ist aber jetzt nur in der Be- schreibung bei Philostr. iun. im. 4 nachweisbar. Wollten nun die Künstler die kentaurenähnliche Bildung aufgeben, so versuchten sie umgekehrt den Stierkopf auf einen Menschenleib zu setzen, was auf einigen Münzen von Metapont und einer Gemme geschehen ist (abgebildet Arch. Ztg. 1862 Taf. 168, 3, 4, 13); oder, da diese Form schon dem Mino- tauros zu eigen gegeben war, der Stierleib wurde mit einem bärtigen Mannesantlitz versehen. Und letztere Neubildung ist für Acheloos typisch ge- worden auf rotfigurigen Vasen, auf Münzen und Gemmen. Wir geben ein Vasenbild (Abb. 4) aus Arch. Ztg. 1862 Taf. 168, 1, wo nur das Vorderteil des kolossalen Stieres sich zeigt, dem Herakles schon ein Horn abgebrochen hat und zwar hier offenbar durch den Schlag der Keule. Ein rotgefärbter Strahl ergiefst eich aus dem Munde des Flufsgottes, der eben traurig gesenkten Hauptes den zweiten Schlag des Helden zu erwarten scheint. Hinter letztereım steht als Preis des Sieges Deianeira verschleiert und mit dem Scepter. Die Münzen mit diesem Achelooskopfe sind zahlreich in Akarnanien selbst und in unter- italischen und sicilischen Städten, namentlich in Neapel und Metapont. Letztere Stadt hielt auch zu Ehren des Acheloos Kampfspiele ab, nach einer Münz- inschrift zu schliefsen, was ebenso wie sonstige gött- liche Verehrung in Akarnanien auch durch Schol. Il. 2 616 bezeugt ist. Vgl. in Art.» Nymphen« ein Relief und im ganzen den Art. »Flufsgötter«. [Bm] Achilleus. Das plastische Charakterbild dieses urgriechischen Nationalhelden malt am ausführlich- sten der freilich sehr späte Heliodor. Aethiop. 2, 5: veavioxos AxlMleıöov TW Öövrı rvewv, xal Trpöc Eexeivov TO BAeuna Kal Ppövnua Avapepwv, Öptös tov alxeva xal And TOD nerWnou TV Köunv Kal Trpög ro Ööpdiov Avayanrilwv. 7 pis Ev Atarrelia Bunod xal oi yuxtfipes EAeudepws Tv Akpa elcveovtec. Ööpdarluds oünw uev Xapords, Xaporlıtepov be yeiaı-

Achilleus. 8 vönevos, ooßapd6v TE Aya xal ob AxdAacrov BAerwv, olov Yaldoons And xbuaros eis yalrıynv Aprı Acatvo- uevns. Vgl. Philostr. imag. II, 2 und 7. iun. 1 (AvaxanriZeı nv xöunv, zurückgestrichenes langes Haar) heroic. 19, 5. Liban. ecphr. 6. Aus Athen. X, 551 D folgt, dafs man ihn sehr lang und schmächtig bildete; die Byzantiner geben ihm lange Schenkel, entwickelte Brust, blondes Haar (Rhein. Jahrb. 53, 33). Eine Statue in Konstantinopel schil- dert Christodor. ecphr. 291: Aiyunrns d’avloukAog eAdurrero diog Axılkeüg, Tuuvös Elbv GaKEewv' EDÖKEUE HEY Erxos EXloceıv dekitepi, oxaıfı dE Odxos xalkeiov del- peıv, oxhnarı Texvnevri u6dou d’äneneutnev AtelANv ddpoeı ToAunevrı Teinyuevos‘ al Yap önwral yvhaıov nos Epawvov Apriiov Alaxıdbdwv. Obgleich nun seine Bildnisse im Altertum so häufig gewesen sein müssen, dafs man nach Plin. 34, 18 eine ganze Gattung (nudae tenentes hastam ab epheborum e gymnasiis exemplaribus) zur Römerzeit als statuae Achilleae bezeichnete, so ist doch unter den erhaltenen keines als sicher er- wiesen, weil die idealen Formen Achills von denen des Ares (s. Art.) nicht leicht zu scheiden sind. (Das zornige, leidenschaftliche Wesen des Achill wird mit dem des Ares schon bei Homer X 131 verglichen : Toog ’Evuallw xopuddırı rrokenıotn.) Be- sonders erwähnt wird bei Paus. 10, 13, 3 eine Gruppe, welche die Pharsalier weiheten, Achill zu Pferde, Patroklos daneben laufend; der Kopf erscheint auch auf thessalischen Münzen. Einen berühmten Achill gab es von dem Frzgielser Silanion, Plinius 34, 82. Um so zahlreicher sind die auf Achills Leben bezüglichen Darstellungen, besonders auf Vasen und Reliefs, denen meist bedeutendere Originale zuGrunde liegen mögen. Indem wir uns auf eine kleine Aus- wahl des Bemerkenswertesten beschränken, verweisen wir besonders auf Overbecks Galerie heroischer Bildwerke und die andern unter »Kunstmythologie« genannten Schriften und Denkmälersammlungen. Einen allerdings ziemlich späten Cyklus von Dar- stellungen aus Achills Leben bietet eine Marmor- tafel im capitolinischen Museum von etwa 1m Durch- messer, gewöhnlich als Brunnenmündung bezeichnet, deren Form in kleinster Fassung neben den Bildern in besserer Abteilung wir hier nach Mus. Capitol. IV, 17 (in der Anordnung etwas verändert) wieder- holen (Abb. 5). Wenn das Ganze seiner Zeit wirk- lich Schulzwecken gedient haben sollte, so würde diese Verwendung jetzt gerechten Bedenken unter- liegen. Von oben links beginnend, finden wir zunächst die Wochenstube: Thetis auf dem (spät-römischen) Lager sitzend, den Milchgehalt der Brust prüfend, daneben eine Magd, den Neugeborenen badend. Dann folgt die Eintauchung in die Styx, worüber 8. unten; die Übergabe durch Thetis an den sehr jugendlichen Cheiron. Unterricht im Bogenschiefsen ; der junge Achill hat einen Löwen getroffen, der

Achilleus.

5 Achills Leben.

Achilleus. 5

erschreckt davonspringt. Die dritte Reihe enthält ! erwähnte capitolinische Brunnenmündung, wo Thetis

die Entdeckung auf Skyros: Achill, noch in Weiber- kleidern, hat Schild und Schwert ergriffen; Deidamia sucht ihn zurückzuhalten, während anderseits Dio- medes mit dem Schwerte durch Handbewegung ihn folgen heifst und ein Flötenspieler kriegerische Weisen ertönen läfst, daneben ein Flufsgott. Links schen wir Deidamia fast entblöfst auf dem Ruhebett, eine Dienerin (oder Schwester) eilt herbei etwa um Achills bevorstehenden Weggung zu melden? Dann

mülste die ihn zurückhaltende Frau eine andre sein. :

(Weiteres über

den Knaben über dem Fufsgelenke festhaltend mit

dem Kopf in das Wasser taucht, welches der daneben

sitzende bürtige Flufsgott (im Widerspruch mit dem Geschlechte der Quelle) aus seiner Urne ergiefst. Dagegen findet sich schon auf Vasen ältester Gat- tung (zehn zühlt Benndorf, Griech. Vas. 8. 86 auf) die Hinführung und Erziehung bei Cheiron. So z. B. Overbeck, Her. Gal.14, 2: der etwa sieben- jührige nackte Knabe trägt in der einen Hand einen Reifen zum Spielen, die andere bietet er dem

Kentauren, der

diese Scene un- würdig dasteht ten.) Inderletz- und einen mit ten Reihe links erlegten Ha- Kumpf Achills sen behängten mit Hektor vor Baumstamm

dem skaiischen hält; Peleus Thore; der da- und Thetis im liegende Troer Reisekostüm,

mitphrygischer von dem Vier Mütze bezeich- gespann herab- net nur die Nie- gestiegen, über- derlage seines geben denSohn. Volkes. Rechts Der Kentaur schleift Achill unterweist wei- den Leichnam ter den Kna- Hektors, Nike ben im Bogen-

mit Palmzweig und Kranz eilt ihm voran; ein

schiefsen, läfst ihn auf seinem Rücken reiten

Troer an der und schenkt Mauerbrüstung ihm als Lohn (schwerlich ist für die Jagd- Hekabe ge beuteÄpfelund meint) erhebt Honig; letz klagend die teres bei Philo- Hand (oder str. II, 2. Den streckt war- Unterricht im nend einen Leierspiel stellt Finger empor). ein schönes Ähnliche cyk- 6 Achill und Chiron. pompejanisches lische Zusam- Wandgemälde

menstellungen finden sich auf mehreren Sarkophagen, in Barile und in Petersburg (Overbeck, II. Gal. 285 und 288), in London (Arch. Ztg. 1862, 341°), auf

dem Capitol (Overbeck ebendas. 290 N. 12), und in '

12 Scenen auf einem kürzlich gefundenen bronzenen Beschlage eines (ötterwagens (tensa), jetzt auf dem Capitol; s. Bulletino archeol. communale. Ruma 1877 V,tav. 12.

Übergehend zu einzelnen Lebensmomenten it zunächst zu bemerken, dafs die uns so geläufige Eintauchung des Kindes in die Styx, wie in der Litteratur {zuerst Stat. Achill. I, 269), so auch in der Kunst schr spät vorkommt; wir kennen nur die

vor (Abb. 6, hier nach Zahn III, 32), auf welchem Achill schon fast als Jüngling erscheint und dem Alten, der ihn in der Haltung des Plektrun unter- weist, aufmerksam zuhört. Die Stellung der Gruppe ist ebenso schön wie der Farbeneffekt der lichten Knabengestalt neben dem bräunlichen Tierkörper des Waldmenschen; nur die saalartige Architektur wirkt störend ein. Mehrfache Wiederholungen finden sich auf Gemmen. Achilleus auf Skyros, worüber Sophokles und Euripides Tragödien schrieben, malte schon Polygnot in der Pinakothek der athenischen Propyläen, Paus. 1, 22, 6; doch findet sich der Ge- genstand auffallenderweise nicht auf Vasenbildern.

"BOAÄAS MA POpyasqy BILYOY 2

Achilleus.

Athenion wetwa 300) malte nach Plin. 35, 134 Arhillem eirginie habitu oerultatum TTire de- prehendente. worauf vielleicht mehrere sehr bewegte pompejanische Gemälde zurückzu- führen sind. In bedeutender Anzahl sind uns ‚phagreliefs erhalten ‚Abhandlung von Jahn, Arch. Beitr. 8.352 .,, welche den dank- baren Gegenstand dem selhst the Auf- merksamkeit schenkte, x. Nachträge 111, 194) mit mannigfachen Variationen und Einzelheiten darstellen. Zu der Abbildung schen Sarkophags ‚Abb. 7, nach V, 17: vergleiche man zunächst Statins Achill. IE, 200: ‚Jam pertus amietu larabat. quum grande tubu, sie ‚junsur, Agyrtex insnnit: fugiunt dixierfis undique donis implorantqne putrem commotaque proelia eredunt. Wins intactae eeeidere a petore vestes. Jam elipens breriorqne mann eonsumitur hasta ete. In der Mitte steht Achill fast entblöfst; er hat das Weibeneewand zurückgeworfen, den Wollkorb umgestürzt und die Lanze ergriffen, auf den Helm setzt er den Fufs. An seine linke Seite schmiegt sieh erschreckt Deidania, das Gewand überziehend und den neben- stehenden Odysseus abzudrängen suchend. Zwischen beiden Hauptpersonen ein Knabe, früher als Eros angesehen, jetzt richtiger als Pyrrhos, der den Vater ängstlich und zärtlich umfaßst. Odysseus, über die unerwartete Ein- mischung der Jungfrau erstaunt, legt sinnend die Hand ans Kinn; hinter ihm bläst Agyrtes: der jugendliche Diomedex ist bereit das Schwert und den Panzer dem Achill zu reichen, von dem ihn nur «das künstlerische etz des antiken Reliefs trennt. Die linke Seite wird von fünf Töchtern des Ly nommen, die ihr Erstaunen «durch Blicke und &eberden ausdrücken, zum Teil fliehen, w man an den flatterneden ändern sieht; sie haben Musikattribute in den Händen, auf andern Darstellungen auch Spindeln. Auf einem der kophage ist Deidamia knieend vor Achill, auf andern ist Lykomedes selbst gegenwärtig und Nestor gehört zur Gesandt- ; so namentlich auf dem berühmten des ander Seyerus im Capitol, anf dessen Nebenseite Achill Abschied nimmt in Gegen- wart der entsagenden Geliehten.

Der Abschied von Peleus, von Thetis und von dem Grofsvater Nereus findet sich auf Vasen. Eine erhebliche Vermehrung dieser Seenen hat durch Brunns Deutungen in den Troisehen Miscellen I, 61 73 stattgefunden, der z. B. das Bild bei Overbeck XVI, 2 mit Recht nicht auf Briseis, sondern wegen des

omedes

Achilleus. 7

einfachen Frauenkleides und des der Matrone ge- bührenden Kopftuches (ebenso wie im folgenden Bilde) auf Thetis bezieht. Ferner deutet er hierher eine ganz vollendete Zeichnung (Abb. 8, hier nach Gerhard, Auserl. Var. II, 200), welche früher auf den Eingang des 24. Buches der Iliar bezogen wurde. Man sah darin nämlich Hermes »einem jugendlichen, gerüsteten Krieger, in dessen glnzender Erscheinung der unbefangene Blick sofort die Gestalt des Achill erkennen wird« im Auftrage des Zeus den Befehl über- bringen, Hektors Leiche dem Priamos auszuliefern ;

ı ı |

Kunstwerken typische Geltung erhalten hat«. Mit ihr hat Achill über den Ratschlufs des Zeus in be- treff des troischen Krieges, welchen Hermes über- brachte, geredet; er hat sich zu entscheiden zwischen der Liebe zur Mutter und den Forderungen der Bot- schaft. »Jetzt ist der Entschlufs gefafst; indem er sich von der besorgten Mutter wegwendet, reicht er dem Hermes die Rechte, um zu sugen: ich folge deinem Rufe. Denn nicht Begrüfsung oder Abschied, sondern «das Geben eines Versprechens wird durch das Handreichen ausgedrückt (vgl. Eur. Hel. 789—838;

8 Achill gegen Troia aufbrechend.

daneben Briseis. Und da bei Homer (2 122) Thetis diese Botschaft bringt, su motivierte man die ab- weichende Wendung mit dem Hinweise auf die Tragödie des Äschylos, in deren Eingangsscene Achill tief verhüllt nur wenige Worte mit Hermes wechselt. Dem gegenüber fragt Brunn: »Wie kann in der angenommenen Seene Achill in kriegerischer Rüstung den Hermes bei sich empfangen, wo an Kampf nicht zu denken ist?« Auch Briseis er- kennt er dabei als tiberflüssig, dagegen ihre Tracht eher für Thetis passend, sowie auch >jene halb sinnende, halb trauernde Haltung, die in dem Stützen des Kinnes auf die rechte Hand, während der EIl- bogen auf der andern Hand ruht, in nicht wenigen

Overbeck, Her. Gal. XXI, 1, wo Penthesileia dem Priamos Hilfe verspricht). Welchen Ruf Achill fol- gen wird, kann nun nicht mehr zweifelhaft sein.« Brunn hat a.a.O. aufser diesem einfachen noch drei andre reicher mit Figuren ausgestattete Bilder dem Kreise der Darstellungen vom Auszuge des Achill vindiziert: unter diesen eins bei Overbeck, Her. Gal. XVII, 2, wo Achill dem greisen Nestor die Hand rei- ‚chend verspricht (vgl. Homer H 127 und A 768), ihm in den Krieg zu folgen, während Phoinix und Antilochos schon den Wagen bestiegen haben; ferner dasGemälde des Epienes, abgebildet Annul. Inst. 1850 tav. H.I. mit 8 Figuren, deren Zusammenfindung bei diesem Anlafs eine feine Reßexion der Maler voraursetzt.

8 Achilleus.

Wenn Abschiedascenen griechischer Heroen häufig in späterer Zeit durch ihre typische Form ins Genre- hafte ausarteten, so ist die Scene des Brettspiels mit Aias, für welche ein mythisches Faktum nicht , vorliegt, noch mehr dahin zu rechnen; s. »My- | thische Genrebildere. Fast möchte man unter die- selbe Rubrik auch ein andres, durch ausgezeichnete |

Lederkappe auf dem Kopfe; überdies ist er als Bogen- schütz gedacht, wie der über seine Schulter ragende Köcher zeigt. Welcker (Alte Denkmäler II, 413 ff.) hat mit Wahrscheinlichkeit die Scene auf den ersten mysischen Feldzug und die Schlacht gegen Telephos am Kaikos bezogen, wo nach Pind. Ol. 9, 70 ff. beide allein Stand hielten und Achill den Patroklos, seinen

9 Achill heilt Patroklos.

des Sosias in Berlin, eine Trinkschale des strengen rotfigurigen Stils von sorgfültigster Zeichnung (Abb.9, hier nach Mon. Inst. I, 24). Wir schen auf dem ı Innenbilde der Schale Patroklos am linken Arıne |

Schönheit berühmten Denkmal bringen, die Schale | |

durch einen Pfeil, der noch daneben liegt, verwundet, und Achill mit geschiekter Hand beschäftigt, einen | Verband anzulegen. Achill ist mit Helm und Panzer gerüstet; Patroklos hat an Stelle des Helms nur eine ı

gewaltigen Sinn erkennend (Bıaräv vov), zu seinem unzertrennlichen Waffengeführten machte (eE ob @trıög Yoßklyp Yövog vıv Ev "Apeı mapayopeito uAmore ape- epag Grepde rakiodataı dauasıußpörou alxhäc). Die Worte Pindars selbst lassen vermuten, dafs Patroklos verwundet wurde, was die Kyprien {Schol. Ven. Ilind. A 56) weiter ausgeführt haben mochten. Dafs Achill die von Cheiron gelernten dürztlichen Künste dem Freunde Ichrte, wissen wir aus Homer A 881;

Achilleus. j 9

wie denn ja auch die Heilung des Telephos (s. Art.) durch den Rost seiner Lanze ebendort vorkam. Der Hinterhalt Achills gegen Troilos und die Be- gebenheiten, welche in den Kreis der Ilias fallen, finden unter »Troilos« und »Tlias« ihre Stelle; das fer- nere unter »Amazonen« und »Memnon«. Seinen Tod

anlangend, so scheint der Moment selbst von der ; älteren Kunst nicht zum Vorwurf gewählt zu sein (vgl. ;

Overbeck, Her. Gal. 537 #.); nur einige geschnittene Steine stellen den hinsinkenden Helden dar. Da- gegen bezieht man auf den Kampf um Achilleuß' Leiche jetzt allgemein die westliche Giehelgruppe der aiginetischen Bildwerke, über welche unter »Bild- hauerei, archaische« gehandelt wird. Die sog. Pas-

quinogruppe, welche ebenfalls mehrfach auf Aias mit |

dem Leichnam Achills gedeutet ist, behandeln wir unter »Ilias« als auf Patroklos’ Fall bezüglich. Sicher dagegen ist durch Inschriften und interessant zur Vergleichung mit der aiginetischen Giebelgruppe ein archaisches Vasengemälde aus Vulci, welches wir als ein charakteristisches Beispiel ältester Vasenmalerei nach Mon. Inst. 1,51 hier wiedergeben (Taf.I, Abb. 10), unter Beifügung der präzisen Beschreibung Over- becks Her. Gal. 540: »Das Bild läuft rund um den Bauch des Gefäfses; in der Mitte der Vorderseite, also der ganzen Komposition, sehen wir Achilleus’ noch ganz gerüstete Leiche, welche starr am Boden liegt. Der Kampf hat schon eine Zeit lang ge- schwankt; denn Glaukor hat, von Paris‘ reichlich ge- schossenen Pfeilen gedeckt, soweit vordringen können, um der Leiche einen Strick oder eine Schlinge um das Bein zu werfen, ähnlich wie auch an Patroklos’ Bein Hippothoos (P 289 £.) einen Strick befestigt, an dem er dieselbe auf die Seite der Troer zu ziehen eben sich bemüht. Dies freilich vergebens; denn von Athene, welche mit gewaltigen Schlangen an

der Ägis dasteht, mit neuem Mut und rascherer |

Kraft gestärkt, stürzt eben der gewaltige Telamonier Aias mit grofsen Schritten heran und bohrt die Lanze unter dem Harnisch in Glaukos’ Weiche, so dafs der Held, tödlich verwundet, rechts überstürzt und zusammenbricht. Bei Aias’ Nahen entflicht Paris eilenden Laufes und zieht sich, noch zurück- blickend und noch einen Pfeil auf der Senne, gegen Äneas und noch einen zweiten Lanzner, nach Quint. 3, 214 (TAadxdg T’Alvelag Te xal ößpıuöllunog "Aytıvwp), etwa Agenor, zurück, welche Aias entgegen mit geschwungenen Lanzen heraneilen, Glaukos’ Tod zu rächen. Wie Paris ist auch ein andrer, hier. Leo- dokus benannter Troer dem Telamoniden gewichen, dessen Speer aber den Fliehenden erreicht und in den Hals getroffen hat, so dafs er dumpf hinkrachet im Fall. Fin neuer Gegner aber, Echippos, dessen Name an die Tpwes Immödanoı erinnert, und der als Vertreter der Musse des troischen Fufsvolken hier

nossen ebenfalls mit gezückter Lanze gegen den unter Athenes mächtigem Schutz furchtlos allein kämpfen- den Aias heran. Denn ein treuer und starker Mit- kömpfer, Diomedes, ist, an der Hand verwundet, von seiner Seite gewichen, und wird am linken Ende des Bildes von seinem treuen Sthenelos, der aufserhalb des Schlachtgewühles Helm und Schild abgelegt hat, ver- bunden. Es ist eine Mannigfaltigkeit, eine Lebendig- keit derMotive in diesen häfslichen schwarzen Figuren, wie man sie selbst nicht in vielen der besten Vasen- bilder, von den späteren Reliefs ganz zu schweigen, wiederfindet. Das wahrscheinlich aus altchalkidi- scher Fabrik stammende Bild mag dem 6. Jahrhun- dert angehören und achliefst sich wahrscheinlich so eng an des Arktinos Epos an, wie es der Malerei ge- stattet wur. Übrigens findet sich die ganze Kampf- scene nicht eben häufig auf Vasen; wogegen zahl- reiche Bilder dieser Gattung das Davontragen der Leiche veranschaulichen und zwar fast regelmäfsig

11 Ajax mit Achills Leiche.

so, dafs Aias den meist noch gerüsteten Körper über die Schulter genommen hat; z. B. auf einem Nebenbilde der Frangoisvase (hier nach Mon. Inst. IV, 58) in altertümlich derbem Realismus (Abb. 11), uber höchst lebensvoll in den schlaf herabhängenden Gliedern, während das lange Haar konventionell und steif gebildet ist. Die Veränderung dieser für die Plastik unbrauchbaren Situation verdankt man des- halb wohl dem Erfinder der oben erwähnten Pas- quinogruppe, dessen Verdienst durch solche Beob- achtung in noch helleres Licht gesetzt wird. Ursprünglich ein Meergott, wie die Kultusstätten verraten, wurde Achill schon bei Arktinos unsterb- lich und von Thetis selbst aus dem Scheiterhaufen nach der (lichten) Insel Leuke getragen, die man später an der Donaumündung wiederfand. Diese Verklärung im Elysium am Rande der Erde (d 561) steht im Gegensatze zum dunkeln Hades, wie die Weifspappel (Aeöxn) zur Schwarzpappel, welche am

stehen mag, dringt hinter Äneas und seinem (ie- | Hades wächst (afyeıpoı « 510). Hauptstellen über

10 Achilleus.

diese Ansiedlung aller Haupthelden: Hesiod.Opp. 168, Pind. Ol. 2, 60— 80, dur Skolion des Kallistratos bei Athen. 15, 695, welche die Ausbreitung dieser Unsterb- lichkeitslehre beweisen; ebenso die Anspielungen, namentlich Eur. Iph. Taur. 435 ff., wozu Köchly über die Rennbahn des Achill (dpöuos), seinen Tempel und seine Vermählung mit Helena /Paus. 3, 19, 11) das Wichtigste anführt. Auf diese Fahrt nach der Insel Leuke (OEris Ex TAG mupäs Avaprıdoaca Tv zaida draxouiZeı) bezog man früher allgemein das grofse Gruppenwerk des Skopas, später in Rom an einem Neptunsternpel befindlich, bei Plin. 36, 26: in mazxima diynatione delubro Cn. Domitiü in Circo Fla- minio Neptunus ipse et Thetis atque Achilles, Nereides supra delphinos et cete aut hippocampos sedentes, item Tritones chorusque Phorci et pistrices ac multa alia marina, omnia eiusdem manu, praeclarum opus, etiam si totius vitae fuisset. Die zahlreichen Züge von Nereiden (s. Art.) auf Sarkophagen scheinen diese Deutung auf Palingenesie zu unterstützen. Indessen haben Welcker, Bonner Kunstmus. 34 und Brunn, Künstlergesch. I, 322 sich für die Überbringung der Waffen des Hephästos entschieden, wobei die grofs- artige Ausführung allerdings weit über die einfache Angabe Homers (T Anfang) hinausgeht, und die An- wesenheit Poseidons Schwierigkeiten macht. (Für die

alte Ansicht stimmen: Bursian, Hallesche Eneyklop. |

LXXXII, 456 und Heydemann, Gratulations